Buntes Licht auf braune Schatten

ImageGemeinsames Präventionsprojekt der Polizeidirektion Halberstadt gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Fremdenfeindlichkeit
„Buntes Licht auf braune Schatten“

Das Präventionsprojekt „Buntes Licht auf braune Schatten“ dient der intensiven Auseinandersetzung von Jugendlichen mit den Ursachen (rechtsradikaler) Gewalt, der Erläuterung strafrechtlicher Aspekte und bietet anhand persönlicher Erfahrung durch Interaktionsspiele und Workshops die Möglichkeit, Diskriminierung, Rassismus, Umgang mit negativen Gefühlen zu reflektieren, eigenes Verhalten zu bewerten und Verhaltensalternativen zu erkennen bzw. zu entwickeln

 

in Zusammenarbeit mit: Miteinander e.V., RGZ Mitte, Weißen Ring e.V., IVV dN e.V., Jugendämtern der Landkreise Halberstadt, Wernigerode, Quedlinburg, Bördekreis, Aschersleben-Staßfurt, Amtsgerichte Halberstadt, Wernigerode, Quedlinburg, Staatsanwaltschaft Magdeburg, Zweigstelle Halberstadt, Stadt Wernigerode, Gedenkstätte Langenstein- Zwieberge, Vereins- und Westbank e.G. sowie anderen Institutionen, Vereinen und Firmen.

Ansprechpartner/ Organisator
Polizeidirektion Halberstadt
Polizeiliche Prävention
Theaterstr.6
38820 Halberstadt

Tel.:  03941-590 362/264
Fax:  03941-590 360
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Intention des Projektes
Das Präventionsprojekt „Buntes Licht auf braune Schatten“ dient der intensiven Auseinandersetzung von Jugendlichen mit den Ursachen (rechtsradikaler) Gewalt, der Erläuterung strafrechtlicher Aspekte und bietet anhand persönlicher Erfahrung durch Interaktionsspiele und Workshops die Möglichkeit, Diskriminierung, Rassismus, Umgang mit negativen Gefühlen zu reflektieren, eigenes Verhalten zu bewerten und Verhaltensalternativen zu erkennen bzw. zu entwickeln. Ein positiver Nebeneffekt des Projektes wird durch die authentische Vermittlung von Geschichtskenntnissen zum deutschen Nationalsozialismus erreicht. Die Schüler setzen sich auf kreative/künstlerische, intellektuelle und emotionale Art mit den Themen Rechtsextremismus, Gewalt und Fremdenfeindlichkeit auseinander.

Aufbau des Projektes
Das Projekt wird in mehreren Stufen in Form eines Bausteinprinzips absolviert. Verschiedene Methoden werden eingesetzt, um den Jugendlichen Gesprächspartner unterschiedlichen Hintergrundes anzubieten, die ein Nachdenken über Gewalt, Fremdenfeindlichkeit, Rechtsextremismus, Opferrolle und Konsequenzen delinquenten Verhaltens sowie das Entwickeln von Verhaltensalternativen bewirken sollen. Der Erwerb von Sachinformationen wird mit emotionalen Erfahrungen verknüpft.

Modul 1
Gemeinsames Ideensammeln der Schüler und Schaffung eines Exponates (Fotos, Collagen, Zeichnungen, Videos, Skulpturen...) -> Förderung des Gemeinschaftsgefühls, Ansporn durch Prämierung der besten und Ausstellung aller Exponate in einer Wanderausstellung, kreative Auseinandersetzung mit dem Thema.

Modul 2
Gesprächsrunde mit Polizeibeamten zur Erläuterung „typischer“ Straftatbestände, strafrechtlicher Konsequenzen, verbotener Kennzeichen und Symbole, Reflexion der Täter-Opfer-Beziehung, Arbeitsbogen „Gewalt“, Bearbeitung des Videos „Haltet sie auf“, Rollenspiele zum Erkennen und Benennen von Emotionen, Umgang mit negativen Gefühlen, Erprobung der „Opferperspektive“, Verhaltenshinweise für Gefahrensituationen.

Modul 3
1.Alternative:
Workshop „Blauauge-Braunauge“ der Firma „Eye to Eye“ – die Schüler sammeln Erfahrungen zu Rassismus, Diskriminierung, Gruppendynamik etc.. Sie erfahren, wie alltäglicher Rassismus und Machtstrukturen funktionieren, welche Auswirkungen diese sowohl auf die Betroffenen als auch auf diejenigen haben, die diskriminieren oder Diskriminierung zulassen. Die Teilnehmer werden mit eigenen Vorurteilen und ihrer Verantwortlichkeit zur Bekämpfung von Rassismus konfrontiert. Es werden Einblicke in die Formen subtiler Rassismen und notwendige Veränderungen auf individueller und gesellschaftlicher Ebene gegeben.

2.Alternative:
Aktion „Schritte gegen Tritte“ des Ev.-luth. Missionswerkes in Niedersachsen - die Aktion thematisiert strukturelle, ethnische und personale Gewalt. Es stammt aus der Anti-Apartheid-Arbeit in Südafrika und beschäftigt sich mit Gewalt und Rassismus in Südafrika und bei uns. Das Projekt arbeitet mit vielfältigen Medien und Methoden, u.a. Planspiel, Quiz, Gesprächsgruppen, Rollenspiel, Video.

Modul 4
Gesprächsrunde mit Ausländern/Vertretern der Ausländerbehörden der jeweiligen Landkreise zur Problematik Fremdenfeindlichkeit, Fremdenangst, Asyl in Deutschland Gesprächsrunde mit einem Zeitzeugen / Opfer der NS-Zeit, Präsentation historischer Fakten, persönlicher Erlebnisse und Dokumente.

Modul 5
Besuch der Mahn- und Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge, einem ehemaligen Außenlager des KZ Buchenwald- Führung, Besichtigung der Ausstellung, Präsentation Video sowie historischer Dokumente.

Besonderheiten
Das Konzept für das Projekt „Buntes Licht auf braune Schatten“ wurde von Polizeibeamten entwickelt. Resultierend aus der regionalen polizeilichen Kriminalstatistik, in welcher Jugendliche und Heranwachsende immer wieder als Täter und Opfer rechter Gewalt sowie fremdenfeindlicher Straftaten in Erscheinung treten, bemüht sich die Polizei, diesen Tendenzen nicht nur repressiv, sondern auch präventiv entgegenzutreten. Des Weiteren erfolgte die Einbeziehung anderer Präventionspartner und Förderer des Projektes, die Initiierung eines präventiven Netzwerkes sowie die gesamte Organisation der Veranstaltungen durch die Polizeidirektion Halberstadt.

Die Teilnehmer des Projektes sollten zwischen 13-17 Jahren alt sein. Es wird in folgenden Schulformen durchgeführt: Sekundarschule, Berufsschule, Schule für Lernbehinderte. Um die methodische Bearbeitung der Themen in der konzipierten Reihenfolge zu gewährleisten sowie um die in „Modul 3“ erläuterten, sehr kostenintensiven Workshops optimal auszulasten, sollten die Projektwochen möglichst in Schulen, nicht in Jugendeinrichtungen stattfinden.

Den teilnehmenden Schulen entstehen keine Kosten. Alle kostenpflichtigen Positionen ( Workshops mit professionellen Trainerteams, Bustransfer zur Gedenkstätte, Honorare/ Reisekosten für Referenten) werden aus Spendenmitteln, die auf dem Spendenkonto des Weißen Rings speziell für unser Projekt eingegangen waren, bezahlt. Lehrern und Schülern wird umfangreiches Material zur Bearbeitung und Nachbereitung der Themen der Projektwoche kostenlos zur Verfügung gestellt.

Die Projektwochen wurden erstmals im Mai 2001 bis dato durchgeführt. Es nahmen bisher 26 Schulklassen daran teil. Für die erste Projektwoche hatte der Miteinander e.V. eine wissenschaftliche Begleitung veranlasst. Deren Fazit war, dass „Buntes Licht auf braune Schatten“ seine Zielstellung zu erfüllen vermag und positiv als wirksam einzuschätzen ist.

Ein Schulleiter gab folgendes Feedback: “Es hat sich das Alltagsverhalten der Schüler geändert und eine Sensibilisierung stattgefunden, es wird mehr nachgedacht. Die Hemmschwelle für Gewalt ist bei einzelnen Schülern wesentlich höher geworden. Zudem hat sich die Polizei als Partner gezeigt, sowohl für mich als Schulleiter, als auch für die Schüler eine neue, positive Erfahrung.“

Ein Kommentar einer stellvertretenden Berufsschulleiterin:“ Insgesamt haben alle Beteiligten mit viel Sachverstand und Souveränität die Veranstaltungen durchgeführt. Leider haben unsere Schüler oft nicht angemessen reagiert. Trotz des Stresses würde ich jederzeit wieder eine solche Projektwoche begleiten.“
 
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