Projekt CT / CST

Coolnesstraining ist ein Gewaltpräventionsprogramm, das an den Grundlagen der Gewaltentstehung ansetzt. Die gesellschaftlichen Bedingungen, unter denen junge Menschen aufwachsen, geben ihnen wenig Orientierung und sind geprägt von Konkurrenz und Leistungsstreben. Diese Faktoren fördern aggressives Verhalten als vermeintlich richtiges Verhalten. Der Inhalt des Coolnesstrainings besteht aus der Reflektion des eigenen Verhaltens und ggf. der Entwicklung neuer Einstellungen und Handlungsmuster. Die Methoden des Coolnesstrainings umfassen Elemente aus Theaterpädagogik, Kommunikationstraining, Mediation, Erlebnispädagogik und Anti- Aggressivitäts-Training. Das Coolnesstraining wird in Schulen in der Jugendarbeit und Jugendhilfe eingesetzt. {ice 6 -t #2}Coolness- Soziales- Training haben wir die Trainingsarbeit mit verhaltensauffälligen Schülern genannt. Nicht nur das Lernen des gewaltfreien Umgangs mit Konflikten steht hier im Vordergrund, sondern auch das entwickeln und erlernen verschiedenster Handlungskompetenzen . Das Konzept ist angelehnt an das CT® ( Coolness- Training) und das des KSK®(Konfrontativen Sozialen Kompetenz- Trainings.

Traditionelle Formen schulischer Unterrichtung und mehr sozialarbeiterischer Betreuung alleine sind heute keine wirksamen Handlungskonzepte, um die mangelnde soziale Kompetenz vieler junger Menschen und ihre massiven Verhaltensauffälligkeiten in den Griff zu bekommen.

Konflikte gibt es zuhauf: Immer wichtiger wird daher die Vermittlung von sozialen Fertigkeiten und Fähigkeiten (Soziale Kompetenz), die den jungen Menschen helfen, in der Schule, Ausbildung und Berufswelt zu bestehen und mit Gleichaltrigen, LehrerInnen, AusbilderInnen, KollegInnen, VorgesetztInnen, und KundInnen klarzukommen. Miteinander „klarkommen“ in der Schule und Ausbildung - die Entwicklung von eigenverantwortlichem Handeln, Konflikt-, Team- und Kommunikationsfähigkeit – ist die zentrale Herausforderung.

Das Trainingskonzept ist angelehnt an die bewährten praktischen und theoretischen Erfahrungen des Stanford- Professors A. Bandura, des Hamburger HAW- Professors Dr. J. Weidner, Entwickler von „speziellen“ Sozialen Trainings wie AAT/CT sowie der „Konfrontativen Pädagogik“.

2. Merkmale des CST ( Coolness-Sozialen-Trainings )

• Die Anwendungsbereiche liegen im Bereich der primären und sekundären Prävention in der Schule. (In Schulen mit verhaltensauffälligen Kindern vermehrt in der Sekundärprävention)
• Der zeitliche Rahmen umfasst 40 Schulstunden in Form von Vierstündigen Gruppensitzungen pro Woche mit den Schülern und Lehrern die flankiert sind, von Einzelgesprächen und erlebnispädagogischen Gruppenunternehmungen (plus Vor- und Nachbereitung). Die ersten drei Stunden des Trainings gelten in vollem Umfang den Schülern. Die letzte Stunde wird zum Austausch mit den Lehrern, deren aufkommenden Fragen und Befindlichkeiten genutzt.
• Die Gruppengröße beschränkt sich auf maximal zwölf Schüler, zwei Trainer mit abgeschlossenem Studium (Pädagogik, Soziale Arbeit, Psychologie) oder vergleichbarer Ausbildung zusätzlich davon einer mit einer berufsbegleitenden Zusatzqualifikation zum CT / AAT-Trainer.
• Über die erfolgreiche Teilnahme wird den Schülern ein Zertifikat ausgestellt, in dem der Abschluss des Trainings und die trainierten Lernmodule bescheinigt werden.
• Das CST folgt einem optimistischen Menschenbild: den Menschen mögen, aber mit seinem abweichenden Handeln nicht einverstanden sein! Dahinter steht ein Professionalitäts-Verständnis, das 80% Empathie um 20% Konfrontation (in Konfliktsituationen) ergänzt und eine „gerade Linie mit Herz“ favorisiert.
• Das CST ist ein Zusatzangebot zum „normalen“ Unterricht und dient einer Verbesserung der Situation in der Klasse und der Kompetenzerweiterung jedes einzelnen Schülers. Für Lehrer und pädagogische Mitarbeiter ist das CST eine gute Möglichkeit diverse Handlungskompetenz im Umgang mit den Schülern zu erwerben.
Das CST ist angelehnt an das KSK® (Konfrontative- Soziale- Kompetenztraining), welches als Methode beim Patent- und Markenamt München geschützt ist.

3. Ziele

Das CS-Training verfolgt die folgenden zentralen Ziele:
1. Die Bewusstmachung der Verantwortung für das eigene Denken und Handeln.
2. Die Förderung der Handlungskompetenz, pro-sozialen Verhaltens, moralischem Bewusstseins und die Reduzierung deviant/delinquenter Verhaltensmuster.
3. Das Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen der Schüler stärken.
4. Die Spielregeln, die in der Schule herrschen, verstehen lernen und in eigener Person mithelfen, ein angenehmeres Klassenklima herzustellen.
5. Die eigene Rolle in der Schule und Arbeitswelt realistisch einschätzen.
6. Eine soziale Rolle einnehmen können, ohne Angst vor Selbstverleugnung zu empfinden, d.h. die Widersprüche zwischen den Verhaltenserwartungen der Schule sowie den eigenen Vorstellungen und Werten nicht als persönliche Kränkung interpretieren.
7. Die Rolle als Lehrer zu evaluieren und eine gewisse Handlungskompetenz im Umgang mit gewaltaffinen Kindern zu erlangen.

Kommunikative Grundfertigkeiten einüben, um in Konflikten und „schwierigen Situationen“ anders als durch Aggression oder Rückzug fertig zu werden, z.B.:
• Positive und negative Gefühle verbalisieren können,
• seine Meinungen sagen, ohne andere zu verletzen,
• Forderungen stellen, um zu seinem Recht zu kommen,
• sich gegen Ungerechtigkeiten zur Wehr setzen,
• Kritik aushalten und andere in angemessener Weise kritisieren,
• Lob formulieren und annehmen bzw. aushalten können,
• den Mut aufbringen, Fragen zu stellen,
• den Mut aufbringen, andere um Hilfe zu bitten,
• Mitschülern gegenüber „cool“, d.h. gelassen und freundlich zu bleiben.

4 .Zielgruppen

Zielgruppen sind in erster Linie Schüler mit abweichendem Verhalten, die kognitiv und sprachlich dem Trainingsprogramm folgen können sowie eine positive Veränderung ihrer Schul-/ klassensituation mitgestalten wollen.Zu den Problemen dieser Jugendlichen, deren Zahl ständig zunimmt, gehört es, die individuelle Entwicklungsaufgabe „soziale Kompetenz“ nicht ausreichend zu bewältigen. Dies hat weitreichende Konsequenzen für ihr persönliches und berufliches und damit auch gesellschaftliches Leben. Sie verweigern den Schulbesuch, scheitern am Schulabschluss, bei der Lehrstellensuche oder innerhalb der Berufsausbildung und zeigen deviant/delinquente Verhaltensmuster. Sie haben Schwierigkeiten mit dem Aufbau von Partnerbeziehungen und mit Rollen, die unsere Gesellschaft für ihre Mitglieder bereithält und ihnen abverlangt.
Eine weitere Zielgruppe sind die Lehrer und pädagogischen Mitarbeiter, welche kontinuierlich in den Prozess der Verhaltensänderung eingebunden sind. So soll ein entspannteres Arbeiten im Klassenverband, sowie ein respektvolleres Miteinander Ziel des Trainings sein.

5. Methoden

Ausgehend von unserer Erfahrung, dass die Schullaufbahn von verhaltensauffälligen jungen Menschen häufig von Misserfolgen gekennzeichnet ist und ihre Motivation sowie ihr Interesse sich mit neuen Lerninhalten auseinander zu setzen, relativ gering ist, wird in diesem Training so weit wie möglich, auf schulübliche Methoden wie Frontalunterricht und Wissensabfrage verzichtet. Die Trainingsteilnehmer werden nicht zensiert, sondern qualifiziert.
Bei dem im CS-Training angewandten Verfahren handelt es sich um lerntheoretisch-kognitiv fundierte Methoden, die im Folgenden kurz vorgestellt werden.. Die lerntheoretischen Aspekte konzentrieren sich auf den konkreten Umgang in konfliktträchtigen Situationen, etwa im Rahmen von individuellen Provokationstests oder bei der Analyse von Aggressivitäts-Auslösern (angelehnt an die systematische Desensibilisierung). Die kognitive Perspektive zielt auf eine Einstellungsveränderung bei aggressivem und unsicherem Verhalten, insbesondere in Bezug auf die Verbesserung der Empathie.
Methoden des CS-Trainings
• Strukturiertes Rollenspiel (mit Videoeinsatz), Verhaltensübung in der Realsituation
• Analyse der Stärken und Schwächen
• Schriftliche und mündliche Befragungen, soziometrische Aufstellungen: Methoden der Visualisierung von Meinungen, Haltungen, Denkmustern, Verhaltensweisen und Erfahrungen
• Konfrontationsübungen und Provokationstests (Umgang mit schwierigen Situationen)
• Mediation und Deeskalations-Übungen (kreative Reaktion auf Anmache und Bedrohung)
• Kämpfen als pädagogische Disziplin („Kämpfen nach Regeln“)
• Interaktionspädagogische Übungen und Spiele
• Trainingsrituale: Signalkarten, Warming up, Feedback-Regeln
• Entspannungsübungen nach Jakobsen (cool-down)

Sitzungsaufbau des CS-Trainings
• Stimmungslage
• Besprechung von Regeln
• Warming up
• Bearbeitung eines Moduls
• Cool-down (Entspannung)
• Auswertung und Transfer
• Abschlussrunde

6. Lernmodule

Modul Lernziel
1. Motivation
• Vertrauen aufbauen, um die Motivation zur Teilnahme am Trainingsprogramm zu stärken. Hinführung zum Teamgeist: „Auf was lasse ich mich ein?“
2. Selbstsicherheit
• Schult und differenziert soziale Wahrnehmung und legt die Grundlagen zu mehr Selbstvertrauen und Selbstsicherheit
3. Körpersprache
• Vermittelt Kenntnisse über die Wirkungsweise der Körpersprache, ihre differenzierte Wahrnehmung und ihren bewusster Einsatz
4. Kommunikation
• Erkennen der Wirkung unterschiedlicher Kommunikationsstile
• Das Üben gewaltfreier Kommunikation: aufrichtig und einfühlsam miteinander sprechen
5. Konflikte und Aggression 1
• Wahrnehmung von Aggressivität u. Konflikt
• Befähigung, zwischen Problem und Person zu unterscheiden
• Erlernen der Fertigkeiten des gewaltfreien Umgangs mit Konflikten
• Reduzierung der Feindlichkeitswahrnehmung; die Verfestigung eines zivilisatorischen Standards der Friedfertigkeit
6. Konflikte und Aggression 2
• Trotz Provokationen gelassen bleiben; das "Austesten" der eigenen Grenzen im kontrollierten Umfeld. Erkenntnisgewinn: Die größte Niederlage des Provokateurs ist das Ignorieren der Provokation (kreative Reaktionen auf Anmache und Provokation)
• Analyse von Gruppenstrukturen (Täter-Opfer-Zuschauer), Steigerung der Antizipationsfähigkeit bei Gruppenzwängen. Erkenntnisgewinn: Der Durchsetzungsstarke kann sich in der Peer-Gruppe auch pro-soziales Verhalten leisten

7. Beruf und Zukunft (Lebensplanung)

• Lernen in Nah- und Fernziele hinsichtlich realistischer beruflicher Wünsche und beruflicher Perspektiven zu unterscheiden

8. Gefühle

• Wahrnehmen eigener Gefühle in verschiedenen Situationen
• Wahrnehmung der Gefühle anderer und das Trainieren des angemessenen Ausdrucks von Gefühlen
• Den Standpunkt, die Gedanken und Gefühle anderer Menschen besser wahrzunehmen; die Reaktionen der anderen auf das eigene Verhalten vorwegzunehmen und in dem eigenen Verhalten berücksichtigen
9. Einfühlungsvermögen
• Den Standpunkt, die Gedanken und Gefühle anderer besser wahrzunehmen; Reaktionen der anderen auf das eigene Verhalten vorwegzunehmen und in dem eigenen Verhalten berücksichtigen
10. Lob und Kritik
• Üben von Lob und Kritik
• Lernen mit berechtigter wie unberechtigter Kritik umzugehen und Lob von anderen anzunehmen

Die Rolle des Lehrers im Training

Der Lehrer, sowie pädagogische Mitarbeiter wird von Trainingsbeginn in den Prozess aller TrTrainingseinheiten einbezogen. Selbstverständlich entscheidet der Lehrer über seine TeTeilnahme in Ausnahmefällen. Ziel ist es, ein vertrauensvolles und respektvolles MiMiteinander, zwischen Schüler und Lehrer, herzustellen bzw. zu erweitern. Lehrer nehmen in an diesem Training im Wechsel, eine passive und eine aktive Rolle ein. Nach jeder BeBeendigung eines Trainingsmoduls, erfolgt eine Auswertung mit den Lehrkräften, um so BeBefindlichkeiten mit Schülern und entsprechende Herangehensweisen zu besprechen.

8. Evaluation / Nachhaltigkeit

Die bisher vorliegenden Ergebnisse sind angelehnt an die bisher durchgeführten Coolness- Trainingskurse, welche an der Wilhelm- Busch- Schule Wasserleben (vorher Wernigerode) durchgeführt wurden und bestätigen uns die nachfolgenden pädagogischen Effekte (Vorteile) des Trainings:

Vorteile des CS-Trainings
• Die Schüler erlernen den Umgang mit Aggression und Konflikten.
• Das Selbstwertgefühl nimmt zu.
• Die Schüler lernen, sich an Regeln und Absprachen zu halten.
• Es wird vermittelt, wie man mit nahe stehenden Personen (Lehrern, Ausbildern, Eltern, Gleichaltrigen) respektvoll umgeht & besser klar kommt.
• Sie lernen, sich angemessen auszudrücken.
• Misserfolge können als persönliche Chance genutzt werden.
• Die Schüler lernen, Probleme zu erkennen, sie zu benennen und Lösungen zu finden.
• Sie lernen eigene Meinungen angemessen (gewaltfrei) zu vertreten.
• Sie lernen sich und ihre Gefühle besser kennen.
• Sie erkennen, wie das eigene Handeln andere Menschen beeinflusst.
• Sie können eigene Fähigkeiten erkennen und entwickeln.
• Sie lernen, die Standpunkte anderer zu akzeptieren.
• Sie erkennen Sinn und Zweck von sozialen Gemeinschaften.
• Ihre Chance, sich in die Berufswelt zu integrieren, verbessert sich.

9. Chancen des CS-Trainingsprogramms

Als Erfolg, der für das CS-Training spricht, sehen wir dessen „Einbettung“ als integralen Bestandteil des Unterrichts und Baustein unseres Schulprogramms. Sozialtraining und Wertevermittlung sind keine Luxusgüter, sondern elementare Voraussetzungen für die Verbesserung der sozialen und fachlichen Schulqualität. Unter diesem Aspekt ist dieses Trainingsprogramm insgesamt ein innovatives Lernangebot und ein Mittel zur Professionalisierung, Qualitätssicherung sowie Organisationsentwicklung für Schulen und Einrichtungen:
• Die PISA-Studie (2000) betont im Bereich der sozialen Orientierung genau die Zielvorstellungen, die durch das CS-Training angestrebt und in seinem konkreten Programm pädagogisch und didaktisch umgesetzt werden. Diese Ziele beziehen sich auf die Förderung von Handlungskompetenz, pro-sozialen Verhaltensweisen und die Vermittlung von Werten. Daher ist die umfassende Wahrnehmung des Erziehungs- und Bildungsauftrages der Schule eine Forderung, die aktueller ist denn je.
• Vertreter aus den Bereichen Schule, Jugendhilfe, Wirtschaft, Gewerkschaften, Polizei und Justiz erkennen daher in diesem Programm eine Chance sowohl für die jungen Menschen als auch für ihre Institutionen.
• Die Qualifizierung von Jugendlichen leistet einen wesentlichen Beitrag zur Prävention in Schule und Jugendhilfe sowie zur Unterstützung des Übergangs von Schule, Ausbildung und Beruf..
• Das Einbeziehen der Lehrer in den Trainingsprozess kann eine positivere Einstellung dieser zu Ihrem Beruf schaffen, sowie die Ängste vor dem Umgang mit Konflikten zu verlieren.
Die Qualifizierung im Sinne von Team-, Konflikt- und Kommunikationsfähigkeit sowie eigenverantwortlichem Handeln entspricht den Anforderungen, die heute von Seiten der Wirtschaft und den Ausbildungsbetrieben an junge Menschen gestellt werden.

10. Kostenplan

Das Training wird in der Regel mit 2 lizenzierten ( oder 1 liz. Trainer 1 langjähriger Co- trainer ) durchgeführt und dauert ca. 2- 2,5 Monate.

Trainingshonorar: = 30,00 € pro Schulstunde / pro Trainer ( incl. Fahrkosten im LK WR)
Trainingsdauer: = 40 Schulstunden x 30,00 € = 1200,00 € Honorar pro Trainer
Zusatzkosten: = 16 h x 30,00 € = 480,00 € Honorar ( Outdoortrainer)
Sachkosten: = 120,00 € Verpflegung / Arbeitsmaterial
Gesamtkosten eines CS- Trainings = 3000,00 €
 
Büro-Zeiten
Tag Zeit
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Di. 9:00-17:00
Fr. 9:00-13:00
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